Klimaschutz
Klimaschutz, Klimaanpassung und das allumfassende Thema Nachhaltigkeit gehören untrennbar zusammen. Nur wenn wir Treibhausgasemissionen reduzieren, uns auf die Folgen des Klimawandels vorbereiten und global verantwortungsvoll und nachhaltig mit unseren Ressourcen umgehen, können wir unsere Lebensgrundlagen langfristig sichern und Klimafolgen in unserem Alltag abmildern.
Schleswig-Holstein erwärmt sich und Wetterextreme werden immer häufiger.
Von Blau zu Rot – die Warming Stripes machen die zunehmende Erwärmung in Schleswig-Holstein auf einen Blick sichtbar.
Klimaschutz bremst diese Erderwärmung und bleibt schon deshalb unverzichtbar.
Gleichzeitig machen Maßnahmen zur Klimaanpassung unsere Gemeinden widerstandsfähiger gegenüber Starkregen, Hitze und anderen Folgen des Klimawandels. Ressourcen zu schonen, heißt fair zu handeln und Verantwortung für Menschen zu übernehmen, die von der Klimakrise besonders betroffen sind.
Das Amt Schwarzenbek-Land wird bis März 2027 ein Klimaschutzkonzept erstellen, um noch mehr Klimaschutz möglich zu machen und für Wetterextreme vorzusorgen.
Klimawandel
Der Klimawandel produziert Wetterextreme nicht nur häufiger, sondern oft auch intensiver. Deutschland entwickelt sich zu einem Hotspot der Klimaextreme. Wir liegen in einer klimatisch empfindlichen Zone: Die BRD erwärmt sich überdurchschnittlich stark. Wir erleben dadurch sowohl mehr Hitze und Trockenheit als auch mehr Starkregen und Hochwasser. Während die globale Durchschnittstemperatur seit dem vorindustriellen Zeitalter um etwa 1,3 - 1,5 ° C gestiegen ist, liegt die Erwärmung in Deutschland im Durchschnitt bereits bei rund 2° C, an Land mehr.
Wie hängt das alles zusammen?
Klima und Wetterextreme sind komplexe Materie. Ein paar Fakten: Mit steigenden Temperaturen verdunstet mehr Wasser, die wärmere Atmosphäre kann etwa 7 % mehr Wasserdampf pro Grad Celsius aufnehmen. Dadurch fallen Niederschläge häufiger als Starkregen statt als gleichmäßiger Landregen.
Der Jetstream – ein Starkwindband in großer Höhe – wird durch die starke Erwärmung der Arktis beeinflusst. Viele Forschende gehen davon aus, dass Wetterlagen immer öfter dadurch "festhängen". Versiegelte Landschaften verstärken die Folgen.
Was bedeutet das?
- Wochenlange Hitze und Trockenheit: Hitzetage über 30 °C, Tropennächte über 20 °C, Wasserknappheit, Dürre, Waldbrandgefahr
- Anhaltender Regen über derselben Region: Häufiger Überschwemmungen, lokale Sturzfluten und überlastete Kanalisationen und Flüsse, Schäden an Infrastruktur und Gebäuden
- Längere Sturmperioden mit Schäden
Im Amtsgebiet kam es in den letzten Jahren verstärkt zu Starkregenereignissen, so dass wir diesem Thema zukünftig mehr Aufmerksamkeit schenken müssen. Gleichzeitig klagen wir auch über Wasserknappheit und die EU hat sogar schon zum Wassersparen aufgerufen.
Auch Hitze wird zunehmend ein Problem, nicht nur für ältere Menschen, Kinder und Menschen mit Erkrankungen. Auch für Landwirtschaft, Tiere, unseren Alltag und die Produktivität im Arbeitsleben sind die klimatischen Bedingungen eine Zumutung.
Wir können und müssen noch einiges tun, um Klimafolgen und Wetterextreme abzumildern.
Es geht vor allem darum, unsere Gesellschaft und unsere Systeme resilienter aufzustellen.
Klimaschutz: Mit Konzept
Klimaschutz bremst die Erderwärmung und bleibt unverzichtbar für alle auf unserem Planeten. Um die globalen Klimaziele zu erreichen, müssen alle ihren Beitrag leisten. Europa gehört zu den Hauptverursachern des menschengemachten Klimawandels und trägt daher besondere Verantwortung. Deutschland ist seit Jahren ein wichtiger Impulsgeber für gemeinsame Klimaschutzanstrengungen. Schleswig-Holstein lebt seine Verantwortung und strebt Klimaneutralität bis 2040 an, die EU bis 2050.
Deshalb hat das Amt Schwarzenbek-Land beschlossen, ein Klimaschutzkonzept zu entwickeln und auch die Vorsorge für Wetterextreme in den 19 Gemeinden gezielt voranzubringen. Mindestens 15 Maßnahmen sollen schrittweise umgesetzt werden. Erfolgreiche Projekte sollen als Vorbild für weitere Gemeinden dienen.
Das Klimaschutzkonzept wird bis März 2027 erarbeitet. Es lebt von Zusammenarbeit und Engagement: Verwaltung, Politik und Bürger:innen entwickeln gemeinsam Lösungen, um das Amtsgebiet zukunftsfähiger aufzustellen.
Ressourcen: Schonen
Ressourcenschonung ist ein wichtiger Bestandteil eines nachhaltigen und klimafreundlichen Lebens in unseren Gemeinden und weltweit. Ziel ist es, Energie, Rohstoffe und Flächen effizient zu nutzen, Abfälle zu vermeiden und Materialien möglichst lange im Kreislauf zu halten.
Wir können uns fragen: Konsumieren wir mehr als andere? Können wir einen Schritt zurückgehen, um den Klimawandel nicht weiter zu verstärken und künftige Generationen sowie andere Regionen der Erde zu entlasten? Wir können in jedem Fall von ressourceneffizienten Prozessen und Innovationen profitieren.
Strom- und Wärmewende
Die Strom- und Wärmewende ist ein zentraler Baustein für den kommunalen Klimaschutz und macht unsere Energieversorgung langfristig sauberer, unabhängiger und stabiler. Wir können dazu beitragen, indem wir Energie sparen, auf Elektrifizierung und erneuerbare Energien setzen. Gebäudemodernisierung, Heizungstausch und selbst erzeugter Strom eröffnen neue Möglichkeiten. Gemeinsam gestalten wir eine sichere, bezahlbare und klimafreundliche Energiezukunft vor Ort.
Die Strom- und Wärmewende ist nicht mehr aufzuhalten: Die Erneuerbaren haben bereits die anderen Energieformen überholt!
Mobilitätswende
Durch die Mobilitätswende wollen wir Fortbewegung klimafreundlicher und unsere Lebensräume lebenswerter gestalten. Wir können durch Fußwege sowie die Nutzung von Bus, Bahn, Fahrrad aktiv zu weniger Emissionen und mehr Platz im öffentlichen Raum beitragen. Jobtickets, Unterstützung des Radverkehrs, Tempo 30, E-Mobilität: Es gibt so viele Möglichkeiten, Emissionen einzusparen und etwas für seine Gesundheit zu tun. Viele machen es schon vor!
Wetterextreme: Wir passen uns an
Die Anpassung an die Folgen des Klimawandels ist eine wichtige Aufgabe für unsere 19 Gemeinden, um Menschen, Infrastruktur und Natur besser vor zunehmender Hitze, Starkregen und Trockenperioden zu schützen. Wissen, wie man Gebäude klimaangepasst baut oder umrüstet, wie man Grundstücke und Flächen grüner gestaltet, Regenwasser nutzt oder für mehr Verschattung und Entsiegelung sorgt, ist vorhanden. Klimafolgenanpassung macht Standorte, Lieferketten, Gebäude und uns widerstandsfähiger gegenüber Extremwetter. Ein gutes Zusammenspiel im Krisenfall gehört auch dazu.
Projekte
Es gibt bereits viele Akteure im Klimaschutz und tolle Projekte. Einige möchten wir kurz vorstellen:
Nahversorgung in Gülzow – Genossenschaftlicher TanteEnso-Markt
In Gülzow können Bürger:innen seit 2022 rund um die Uhr im genossenschaftlich organisierten TanteEnso-Markt Dinge des täglichen Lebens einkaufen: Mit einer persönlichen Zugangskarte und Self-Checkout-Kasse bietet der zweite Markt im Kreis Herzogtum Lauenburg ein gutes Sortiment und viel Flexibilität.
Kläranlagen-Photovoltaik in Havekost
Um den Energiebedarf der örtlichen Kläranlage in Havekost nachhaltiger zu decken, wurde dort 2024 eine Photovoltaikanlage errichtet. Seitdem können 30 Prozent des benötigten Stroms direkt vor Ort erzeugt werden. Es werden jährlich ca. fünf Tonnen CO2 eingespart.
Viele Gemeinden möchten zukünftig ihre Kläranlagen wirtschaftlicher betreiben.
Agri-Photovoltaik in Fuhlenhagen
In Fuhlenhagen entsteht eine zukunftsweisende Agri-Photovoltaik-Anlage, die künftig rund 40 Megawatt Strom pro Jahr erzeugen soll. Beteiligt sind der Energieversorger Vattenfall, der Solarprojektierer re.venture Berlin, das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE, der nachhaltig wirtschaftende Buschberghof sowie die Flächeneigentümer:innen. Der Baustart ist für das erste Quartal 2027 vorgesehen.
Klimafitness an der Evangelischen Schule in Gülzow
Die Evangelische Grundschule Gülzow möchte sich in den kommenden Jahren noch klimafreundlicher und klimaresilienter aufstellen. Neben Maßnahmen zur Energieeffizienz und Klimaanpassung soll auch die Bildung für nachhaltige Entwicklung weiter gestärkt werden. Ziel ist es, Kindern Wissen über Umwelt- und Klimathemen zu vermitteln und sie zu befähigen, ihre Zukunft nachhaltig mitzugestalten.
Information und Dialog
Wir wollen transparent über Ziele, Maßnahmen und Fortschritte berichten und verständliche Angebote für Bürgerinnen und Bürger unterbreiten. Geplant sind ein Klima-Kreis für Gemeindevertreter:innen und engagierte Bürger:innen sowie Mitmachaktionen.
Generell sind Akteure eingeladen, sich in den nächsten Jahren bei der Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen aus dem Klimaschutzkonzept des Amtes einzubringen und so aktiv eine lebenswerte Zukunft mitzugestalten.
Aktuell planen wir folgende Veranstaltungen:
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- 20.08. Klimaschutz-Treff in Grabau, Gemeindezentrum
18:30 – 20:30 Uhr Für Interessierte aus Basthorst, Elmenhorst, Fuhlenhagen, Grabau, Groß Pampau, Grove,
Havekost, Kankelau, Möhnsen, Sahms
Einladung KLIMASCHUTZ-TREFF 20.08.
- 10.09. Klimaschutz-Treffin Gülzow, Schützenhalle
18:30 – 20:30 Uhr Für Interessierte aus Brunstorf, Gülzow, Kollow
- 20.08. Klimaschutz-Treff in Grabau, Gemeindezentrum
Einladung KLIMASCHUTZ-TREFF 10.09.
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- 22.09. Klimaschutz-Treff in Kuddewörde, Gemeindezentrum
18:30 – 20:30 Uhr Für Interessierte aus Dahmker, Hamfelde, Kasseburg, Köthel, Kuddewörde, Mühlenrade
- 22.09. Klimaschutz-Treff in Kuddewörde, Gemeindezentrum
Einladung KLIMASCHUTZ-TREFF 22.09.
Die Veranstaltungen können ohne Anmeldung besucht werden.